Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback


http://myblog.de/marieparis

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Lernen, lernen, lernen po pernen!

Wenn die Pariser (vielleicht auch die übrigen Franzosen) überlegen, was sie sagen wollen, sagen sie „bah“. Es hat die gleiche Bedeutung wie „ähm“ und wird sehr häufig benutzt. Selbst bei mir schleicht es sich schon ein. Bei unserem Statistikprof klingt es wie ein Rülpsen ins Mikro und niemand versteht, warum ich bei jedem Bah fast unter der Bank liege. 

Der Unialltag. Ich habe jetzt einen. Einen Alltag meine ich, mit verpflichtenden Tds (travaux dirigés), das sind Übungen und eeeewiglangen Cm (cours magistraux), das sind Vorlesungen. In Mainz hatte ich pro Semester vier Fächer mit je einer Übung und einer Vorlesung, die in der Regel je eineinhalb Stunden dauerten. Ich musste in jedem Fach eine Klausur bestehen (4gewinnt!). Keine Hausarbeiten, keine Referate. Hier habe ich fünf Cm mit jeweils einem Td. In den Tds schauen sie auf Mitarbeit, man diskutiert hier zuweilen über das, was man studiert. Wenn ich dann irgendwann mal endlich alles verstehen sollte, was die Dozenten da auf schnellstem, undeutlichstem Französisch palawern, kann ich mich evtl. auch beteiligen. Zwei interkulturelle Kurse und Englisch müssen wir auch belegen. In Englisch werden wir die Franzosen dermaßen wegdominieren, die können ja nichts an anderen Sprachen.

Dafür sind sie groß im Streiken. Jipjip, da hab ich mich gefreut, als einfach ein kompletter Tag FREI WAR wegen des Streiks gegen die Rentenreform. Das war schon sehr top, nur langsam nervt es, weil ständig alle Metros total verstopft sind und ich schon um sechs Uhr aufstehen muss, weil ich Angst habe, ich schaff' es sonst nicht pünktlich zur Uni und dann kann ich meine Unterschrift nicht auf die Kursliste setzen, was zur Folge hat, dass ich fehle, und wenn man dreimal fehlt, ist das schlecht. Null Creditspoints und so. 

Das heißt, es ist nicht mehr so wie in alten Zeiten, dass ich einfach liegen bleibe, wenn ich keine Lust habe. Und da meine Kurse jeden Tag zwischen acht und neun anfangen, stehe ich jeden Tag um sechs oder halb sieben auf. Woran erinnert uns das? Schule. Nur, dass Mama einen nicht mehr weckt, wenn man verschläft...

Von Krawallen, brennenden Autos etc. hab' ich bisher übrigens noch nichts mitbekommen. Obwohl die Uni in Nanterre liegt, also nicht in der privilegierten Innenstadt. Einmal haben sie wohl die Mensa attackiert, Steine gegen die Fenster geworfen und die Tür demoliert, aber da war ich nicht vor Ort. 

In Paris ist das meiste unfassbar teuer, anderes aber auch wieder nicht. Einerseits habe ich heute Nacht um vier Uhr mit zwei Freunden einen Burger, Pommes und ein paar Salatbätter für 17 EURO gefuttert (also für jeden). Draußen war es kalt, wir hatten keine Lust, in so einen Schickimickiclub beim Arc de Triomphe zu gehen, der nach Geld stank und außerdem schlechten HipHop spielte. Wir wären wohl ohnehin nicht reingekommen. So ohne blondgefärbt und Gürtel äh Rock erfährt frau nicht die Gnade dieser Proletenschuppen. Mit ihren 2cl Vodkagläschen für 20 Euro und den reichen, ekelhaften Säcken, die es nötig haben, hier billige Mädchen abzugreifen, die es nötig haben, sich an reiche, ekelhafte Säcke ranzuschmeißen. Pardon. Da ging's wohl mit mir durch.

Wie auch immer, stattdessen liefen wir etwas durch Paris by night, stiegen in einen Bus ein und landeten bei Bastille. Weil es bibberkalt war und wir auf die 1. Metro um halb 6 warten mussten, setzten wir uns in das einzige  Bistro, das um 4 noch/schon auf hat (nix Musikparkdöner am Berlinerplatz, schön wär's!) und schnabulierten das Billigste auf der Karte. War sehr lecker gewesen.Andererseits kostete und die Karte für 3D Despicable Me grade mal sieben Euro. Das ist sogar im Verhältnis zu Deutschland billig. Für Studenten geht hier einiges.

Haha, und in der Metro haben sie auf diversen Sprachen Vorsichtsschilder angebracht. Auf Deutsch steht da: „Notausstieg. Am Griff zichen. Nach dem vollständigen Stillstand des Fahrz die Türen aufdrücken.“ Süß, oder? Wieder eine Situation, in der ich wie eine Irre vor mich hingrinsend durch Paris fuhr. Hier ist es meistens lustig^^

PS: Ich muss meine Aussage über die Prollodisko relativieren. Heute wurde mir erzählt, dass man da drin auch mit Jeans Spaß haben und die Musik hören kann, ohne Ohrenkrebs zu bekommen. Bitch, get out the way etwa würde durch Bob Marley oder Simon&Gurfunkel kompensiert. Na, das geht doch.

21.10.10 22:58
 


Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Flo :) (12.11.10 13:44)
Ich muss ja schon sagen, dass es krass ist, solche Unterschiede aufgezeigt zu bekommen. Vor allem frage ich mich, wie man sich dort ein Studium überhaupt leisten kann, vielmehr das Studentenleben. U know what I mean!?!
Aber am meisten hat es mich gefreut zu erfahren, dass auch die Franzosen Lokalitäten haben, in der "meine" Musik gespielt wird Wobei der französische Hip Hop auch gute Vertreter aufzuweisen hat...

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung