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Liberté

Over and out. Statistik und Mathe, ihr Quälgeister werdet mich niemals mehr heimsuchen. Jedenfalls nicht in solch reiner und ekelhaft konzentrierter Form wie bisher. HAHA. Ich war dermaßen involviert in die Routine des Rechnens, dass ich mit einer Freundin Gespräche über Gleichungssysteme führte und die Befriedigung, die sie einem bescheren, wenn sie schöne, ganze Zahlen ergeben, den Erfolg, den man verspürt, wenn unter der Wurzel etwas Wurzelbares steht, über die Erleichterung, wenn sich alles zu Eins kürzen lässt. Krank. Ich begann, mich vor mir selbst zu fürchten und fühlte mich irgendwie besessen. Ich kann aber jeden beruhigen, der mir unterstellen will, ich würde doch zum Ökonom taugen, der Exorzismus der MC Zender war höchst erfolgreich durch viel, vieeeel vin rouge!

Es ist unfassbar, wie sehr die Psyche eines armen Studenten unter dem Nonsens leidet, den wir hier auswendig lernen müssen. Auf Französisch. Tragisch, das! Die bringen uns in Dynamique économique Wirtschaftstheorien bei, für die ihre Urheber Nobelpreise erhalten haben. Wir müssen das draufhaben, inklusive Formeln usw. Am Ende jeder Theorie findet sich ein Kapitel mit Kritikpunkten. Man kann die Thesen im Schlaf aufsagen, nur um dann auswendig zu lernen, warum es sich dabei um Humbug handelt. Das ist pädagogisch wertlos und nichts anderes als Schikane.

Aber die Klausurenphase ist seit Dienstag vorbei und ich gammle fleißig. Wirklich. Nach der hoffentlich letzten Matheklausur meines Lebens kam ich nach Hause und war vollkommen überfordert von der plötzlichen Freiheit, die sich mir bot und eine ganze Woche dauern sollte!

Hier gibt es nämlich nicht den Luxus von zweimal Semesterferien im Jahr. Hier beginnt das nächste Semester knallhart direkt nach den Abschlussprüfungen, also morgen. Um neun Uhr. Ich habe Kommilitonen, die bis Freitag Klausuren geschrieben haben!! Das, liebe Nasen der französischen Bildungsexekutive, ist ein gravierender Fehler im System! Epic Fail!

Also mussten wir ausgiebig feiern. Zum ersten Mal seit drei Wochen trug ich etwas anderes als Jogginghose, meine Augen wieder Kontaktlinsen und mein Gesicht Schminke. Ich kam mir vor, wie neugeboren. Nice!

Doch am besten war die Heimfahrt! Überall in Paris gibt es Velib' (Vélo libre)-Stationen. Hier kann man sich ein Fahrrad ausleihen, ein bisschen damit touren und es dann wieder an irgendeiner der 1202 Stationen (Quelle: Wikipedia^^) andocken lassen. Genial! Wir uns also Räder geschnappt (naja, in Wahrheit hat sich das System natürlich genau dann downgeshuttet, als ich an dem Ding stand) und glücklich durch Paris by night gefahren. Die Nacht war ganz mild und das, Leute, das war das Glück. Ich kann den Sommer kaum erwarten. Macht dem Winter endlich den Garaus.

 

 

6.2.11 17:27
 


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