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Auf den ersten Blick

So. Ich sitze in meiner Wohnung im 6. Stock ohne Aufzug (kann es nicht oft genug betonen), Autolärm im Ohr und Muskelkater in den Oberarmen (Koffer hochgeschleppt, siehe 1. Klammer). Schwächer werdendes Sonnenlicht strahlt durch die orangefarbenen Vorhänge, so wache ich jetzt jeden Morgen auf, im Licht, das ist fein. Und hier ist auch noch Sommer. Top!

Ein paar erste Eindrücke:

Es gibt durchaus arrogante Pariser. Etwa der Bankmensch, der mir heute morgen so laaaangsam wie möglich meine neue Mastercard überreicht und mich dabei auf extra schnellem Französisch vollgelabert hat. Maaan, ich weiß dass du deine Sprache beherrschst, du beeindruckst mich nicht! Aber es gibt auch höfliche. Etwa der Bankmensch, der sich geduldig mit mir und meinem Gestotter auseinandergesetzt hat, als ich ein Konto eröffnen wollte und mir eine Mastercard im Twilightdesign anbot. Normal schwarz war mir lieber. Fand er lustig.

Und: Ich habe einen Fernseher mit vieeeeelen Sendern. Die Franzosen synchronisieren mehr als ich gedacht hätte. Friends, How I met your mother, The Pretender (kennt das noch wer? Heißt hier „Le Caméléon“, Little Miss Sunshine ... Alarm für Cobra 11, Der Clown (OHNE WITZ, das ist auf Französisch sehenswert!). Mit den amerikanischen Serien hab' ich noch so meine Schwierigkeiten. Während wir das Englische sozusagen mit offenen Armen empfangen, gewähren die Franzosen ihm einen kleinen Platz an ihrer Seite. Auf Werbeplakaten zum Beispiel. Nicht, dass sie es korrekt aussprechen würden.Sie können's/wollen's halt meistens nicht. Muss ich immer lachen.

Außerdem: Hier zu leben wird einen guten Einfluss auf mein Organisationstalent haben. Und auf meinen Umgang mit Geld. Habe hier (noch) keine Kaffeemaschine und bin also auf Entzug. Eile zum nächsten Café, setze mich müde an ein kleines, rundes Tischlein und bestelle „un grand café“. Milch ist jetzt überbewertet. Ich schlürfe gierig, lese ein bisschen, gucke Leute, will gehen, zahle – 4,80 Euronen. Wawawa.

 

 

mein 1. wortspiel in frankreich^^ mona las also!

 

La police ist zuweilen auch zu Pferd an der Seine unterwegs

 

Für alle von der Lagrangefunktion gepeinigten Bwler, Vwlwe, Ex-Wiwis, Mathematiker, Phyiker etc. etc.

 

wonnd net gscheit fährsch, gibtsn rappel!

 

überall lustige, kleine pidos an den wänden


1.9.10 20:30


Die können NICHTS an der Sirene!

Der Sommer ist um. Aus und vorbei. Regen und grauer Himmel. Aber Paris ist auch dann sooo schön! Ich höre Edith Piafs La vie en rose und fühle mich heimelich. Vor mir der Blumenstrauß, den ich zusammen mit zwei Freunden (die hier aus rechtlichen Gründen anonym bleiben) ziemlich alkoholisiert ...sagen wir mitgenommen hab' und ein Bier.

So langsam rücken meine werten Kommilitonen an und quartieren sich bei mir ein. Uns erwartet ein Wohnungssuchemarathon. Bonne chance! Haben heute zur Besichtigung beispielsweise den siebten Stock zu einem „chambre de service“ erklommen. Man betritt den Eingang eines nobel wirkenden Gebäudes, folgt dem Vermieter und den anderen Interessenten durch ein schickes Foyer, wirft einen Blick auf marmorne Säulen, durchquert einen ansehnlichen Garten – zu einem weniger ansehnlichen Haus. Hier hauste früher unserer Vermutung nach das niedere Dienstpersonal. Schon bei der Kletterei wird man ob des Schummerlichts depressiv. Mittlerweile folgt einem der atemlose Vermieter. Am Anfang des sehr langen Korridors befindet sich das Klo, genutzt von allen Bewohnern der Etage, am Ende des sehr langen Korridors nun die Wohnung. 14 Quadratmeter, ziemlich groß also. Inklusive Küchennische, Dusche, Bett. Nicht schlecht! 500 Euro Miete. Ohne Strom und Internet. Nur zwei Bewerber bekunden Interesse, der Weg ist zu beschwerlich. C'est Paris!

Paris ist glaube ich ziemlich klein. Genau wie die Welt. Am Wochenende spazieren Waldi (mein erster Besuch im Franzland) und ich durch den herrlichen Tuilerienpark (bei Sonnenschein) und laufen OHNE WITZ der Mitbewohnerin meiner besten Freundin und ihrem Freund über den Weg. Sag ich, was ist hier los? Um die Worte eines zukünftigen Lehrers zu gebrauchen, der seinen Schülern viel beibringen wird: Das war episch!

Wie die Aussicht, die man vom Centre Pompidou aus genießen kann, oder ein paar hundert Meter entfernt von der Métrostation Belleville. Der Eiffelturm in seiner ganzen Pracht. Whoaaaa! Ab neun Uhr abends blinkt er stündlich. Ihr denkt, ihr kennt den ultimativen Blingblingmegakitsch? NICHT.

Wir flanierten außerdem über einen RIESENflohmarkt. FlipFlops, Tasche, Notting Hill-DVD auf Französisch (soviel zum Kitsch^^) sind jetzt in meinem Besitz. Der Flohmarkt erstreckte sich über eine große Avenue und mehrere Seitenstraßen. Eine Kaffeemaschine hätte ich auch gerne abgestaubt aber da war nix Passendes dabei.

Wir statten außerdem dem Cimetière du Père Lachaise einen Besuch ab, auf dem eine Menge berühmter Leute begraben sind. Honoré de Balzac, Victor Hugo, Edith Piaf, Frédéric Chopin, Molière, Oscar Wilde und vor allem Jim Morrison, den wir natürlich gesucht und gefunden haben, gleich nach dem Dönerfestmahl auf einer Friedhofsbank mit Blick auf ein kleines Mausoleum.

In meinem Zimmer muss man sich an Lärm gewöhnen. Vor der Tür Kinder, vor den Fenstern Autolärm. In der Nähe ist ein Krankenhaus, zu dem permanent Krankenwagen rasen. In Paris gibt’s kein typisches Tatütata. Die Melodie scheint nach Belieben zu variieren, zuweilen wird sie einfach unterbrochen. Atatütat gibt’s auch.

Meine Nachbarn sind die unfreundlichsten ever. Ich meinem Bad befindet sich zwar ein WC, verirrt sich darin aber Klopapier, gibt’s Verstopfung. Also ist es besser, seine Sitzungen auf der Toilette im Flur abzuhalten. Gestern Abend klopft mein Nachbar, den ich bis dato noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Ohne Gruß und ohne sich vorzustellen plärrt er, ich solle meinen Gästen gefälligst nicht erlauben, das Gemeinschaftsklo zu benutzen, wo ich doch ein eigenes hätte. Total überwältigt von soviel Unverschämtheit erkläre ich ihm den Sachverhalt. Er versteht's nicht. Ich habe keine Lust mich zu streiten und nicke. Da geht er einfach. Habe meinem Kommilitonen trotzdem erlaubt, da weiterzumachen. Heute lag der Klodeckel vom Gemeinschaftsklo vor meiner Tür. Was kommt als Nächstes? Ein Pferdekopf?!

 

Straßenkunst!

 
 
 
 
 
 
Jimmy!
 
 
 
 


9.9.10 17:39


In der Rue Daguerre ist die Welt noch in Ordnung

Wie die einfach aus Prinzip streiken. Ich höre mäßig beeindruckt von der Empörung über die Erhöhung des Renteneintrittsalters. Auf 62. Ja heult doch, echt mal.

Außerdem wurde der Eiffelturm wegen Bombendrohung evakuiert und überhaupt wurde vermehrt mit Anschlägen gedroht. Na toll. Frustriert von soviel Unmut und der Idiotie Sarkozys nehme ich mein altes Französischbuch zur Hand.

Julien wohnt in Paris. Er hat einen Papagei. Der heißt Arthur. Arthur est un perroquet. Es gibt auch noch Minnie, eine Maus. Die ist im Karton. Qu'est-ce qu'il y a dans le carton? Julien holt ein Baguette. Mit seinem Skateboard. Der Depp passt nicht auf und BOUM, c'est le choc! Immer uffpasse, Boi! Es gibt auch noch Monsieur Lacombe und Madame Blanchard. Alle wohnen sie in der Rue Daguerre und siehe da, die gibt’s tatsächlich! Wollte da mit einer der Kommilitoninnen eine Wohnung anschauen. Wir wurden versetzt. Das war der Makel, denn da zu leben ist wahrhaft wie im Bilderbuch! Fußgängerzone, überall Marktstände und Cafés und kleine Läden und nette Menschen. Am liebsten wäre ich geblieben, da ist die Welt noch in Ordnung.

Stattdessen fahre ich zurück in mein Viertel. Auf dem Spielplatz hocken oder stehen die Leute und unterhalten sich. Bei dem Spielplatz wird auf einem Basketballplatz auch sehr ghettomäßig gezockt, die Anlage ist umzäunt. Man steigt also aus der Metrostation aus und stempelt die Gegend automatisch ab. Faaaalsch. Hier hat mich noch keiner dumm angegafft oder gar angemacht (ganz anders, als in Schickimickivierteln, übrigens). Vor der Tür zum Haus, in dem ich wohne, steht manchmal eine Gruppe Männer rum. Die Tür ist quasi blockiert. Aber immer weichen sie sofort zurück, bieten Hilfe an, wenn sie sehen, dass ich mit meinen Einkäufen nicht klar komme. Anders als der arrogante Bankmensch oder mein doofer Nachbar. Der verhält sich nun übrigens ruhig. Ob er meinen Blog liest?

23.9.10 23:02


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